letzte Kommentare
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Datum
20.04.2026 08:38
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Verfasser
chris wolki
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Tour
Rax Langermann - mit Rennrad ab Mödling
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Kommentar
Auch meinen Respekt Michael, als ehemaliger Rennrad Hobbist und Tourengeher kann...
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| Datum | Bundesland | Verfasser | Tour |
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Combin de Valsorey (4184m) und Combin de Grafeneire (4314m), 20.05.2014, Andreas Eicher
Sonnenaufgang am Mont Blanc
In den Seracs der NW-Flanke
Spannend
kurze Traverse
Ausstieg aus der NW-Flanke
Am Gipfel des Combin de Valsorey - Im Hintergrund der Mont Blanc
Abstieg vom Combin de Valsorey
Am Hauptgipfel
Die Abfahrt beginnt
Super Verhältnisse
Abfahrtsfreuden mit Mont-Blanc-Blick
Unter uns sind die Spuren vom Corridor kommend erkennbar
Nach so einer Flanke wirds einem warm bei der Abfahrt!
Traumberg
Tourenbeschreibung
Am Sonntag wurde es ernst. Der Wecker ging um 2.15 Uhr, Frühstück gab´s um 2.30 Uhr. Während von Freitag auf Samstag nur ca. 20 Leute auf der Hütte übernachtet hatten, war die Hütte von Sa auf So fast voll! Über die Verhältnisse hat Henri natürlich nicht nur uns informiert! Meißt beschränken sich die guten Verhältnisse an diesem Berg auf 2 bis max. 4 Wochen pro Saison (nie vor Ende April bis 1. Juni! Da schließt die Hütte.)
Wir entschlossen bereits am Vortag alles zu packen, um am Morgen nur noch in die Schuhe zu springen und ab nach draußen, da sich am Vortag ca. 60-70 Gipfelaspiranten auf der Pannosiere eintrudelten und wir die Wand natürlich hindernisfrei durchklettern wollten. Das dachten sich aber alle Anderen auch!
Der Wirt machte seine Schiebetüren auf, schüttelte kurz den Kopf, schaltet das Licht ein und schrie "Attaque"! Die Jagd auf die Pole-Position hatte begonnen.
Wir waren dann (Gott sei Dank) die 3. Seilschaft durch die NW-Flanke, wobei hier an diesem Tag ausnahmslos versierte Alpinisten unterwegs waren und es zu keinerlei Staubildung kam. Die Verhältnisse waren perfekt: 20 cm Schneeauflage auf dem Eis und teilweise sogar Pulverschnee in der riesigen Flanke. Der nächste Gedanke wurde schnell zur fixen Entscheidung: Die Flanke ist in diesem Zustand ideal mit Schi befahrbar! Bei der normalen Abfahrt über den Corridor bekommt man eh ein bissl ein flaues Magengefühl wegen der permanenten Eisschlaggefahr. Wir bestiegen beide Gipfel (Combin de Valsorey und den Hauptgipfel Combin de Grafeneire). und kletterten die ersten Meter über die Seracs wieder hinunter in die Flanke. Während wir eine Plattform zum Schianschnallen bauten, verlor Toni seinen Handschuh aus dem Rucksack und er fiel (ich habs auf der Karte kontrolliert) 900Hm über die Flanke ohne Hängenzubleiben!! Das sagt wohl einiges über die Steilheit der Tour aus, da die Flanke ja eigentlich eine Pulverauflage hatte! Die Abfahrt über die Flanke machten riesigen Spaß und auf den Gletschflächen war wieder Firnschweben angesagt.
Fakten zur Tour:
Mit beiden Gipfeln ca. 1800Hm Aufstieg, zuerst über ehlendslange sanfte Gletscherflächen, die komplette Flanke mit Steigeisen und geschulterten Schi bis zum Plateau und danach über den abgewehten Rücken auf die beiden Gipfel.
Die Flanke weist oben raus eine Steilheit von ca. 50 Grad auf... wir hatten jeweils ein 2. Eisgerät dabei, das aber wegen der tollen Bedingungen den Rucksack nie verlassen hat.
Manchmal brauchen Projekte einfach Zeit um sie realisieren zu können. Die Tour hab ich seit über 10 Jahren im Kopf - Manchmal lohnt sichs auf die perfekten Verhältnisse (wenns sein muss) jahrelang zu warten :-).
Wir haben die Tour natürlich wie es sich gehört mit einer Flasche Gamay de Valais auf der Hütte revuepassieren lassen. Der Rotwein ging auf Tonis Rechnung für seinen höchsten Gipfel den er bisher bestiegen hat.
Am Montag wollten wir eigentlich noch die Tournelon Blanc besteigen, aber trotz verlockend blauem Himmel fiel die Abschlußtour aus.
Der Föhn hatte eingesetzt und blies uns von der Hütte.
Für mich ging mit der Besteigung des Grand Combin ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung - Die Eiger Westflanke muss also nochmal ein Jahr warten Edi :-))